Pop-up Radwege: mit gutem Abstand durch die Coronapkrise

Trotz des vorhandenen Mobilitätsgesetzes in Berlin kann sich die Flächenungerechtigkeit weiterhin zugunsten von PKWs entwickeln. Mit der Coronakrise droht die Mobilitätswende umgekehrt zu werden. Sollten viele Menschen vom öffentlichen Personennahverkehr auf das eigene Auto umsteigen, drohen der Stadt Berlin zusätzliche 15 % Autoverkehr (83 Millionen Personenkilometer/Tag), das bedeutet neben häufigen Staus, Stress, Lärm, Luftverschmutzung und vermehrten Unfällen auch 748 000 Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen pro Jahr.
Der andere Trend und die Lösung des Problems: Umstieg auf’s Rad! In Coronazeiten ermöglicht die Einrichtung von Pop-up Radwegen die individuelle Abstandseinhaltung – und mit sicheren Radwegen würden noch mehr Menschen diese Alternative wählen. Rechtlich ist die Einrichtung sicherer Radwege im Mobilitätsgesetz geregelt – kostengünstig und nachhaltig.

Greenpeace zeigt mit einer Aktion am Samstag, den 23.05.2020 wie so ein Pop-up Radweg in der Müllerstraße aussehen kann. Dazu erklärt der Bezirksbürgermeister von Dassel den Stufenplan zur bleibenden Lösung.
Die Müllerstraße wurde ausgewählt, weil dort bereits seit Jahren ein sicherer Radweg geplant ist, aber nicht umgesetzt wurde. Autofreie Straßen, Fußgängerzonen und etliche Kilometer Radweg sind in anderen Weltstädten (Brüssel, Paris, Wien, Bogota, New York,…) bereits Realität.

Greenpeace Fordert deutschlandweit:
– eine Verdoppelung der Ausgaben für Fuß-u. Radverkehr auf Bundesebene
– eine Mobilitätsprämie statt einer sinnlosen Autokaufprämie
– faire Flächenanteile für den Umweltverbund und erweiterte Spielflächen
– Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in den Städten um Zweidrittel, zum Beispiel durch City Maut oder Parkplatzgebühren
– Steigerung des Radverkehrsanteils auf 30 Prozent bis 2030 in deutschen Städten
– für Berlin: beschleunigte und entschiedene Umsetzung des Mobilitätsgesetzes