Baumriesen brauchen Schutz: Paten für Buchen gesucht

Auf dem Gruppenaktionstag am 16.03. haben Greenpeace-Aktivisten am Hackeschen Markt in Berlin über die wichtige Bedeutung alter Buchenwälder informiert.
Gleichzeitig waren die Berlinerinnen und Berliner dazu aufgerufen, die Patenschaft für einen Baum zu übernehmen und damit symbolisch unter Schutz zu stellen. Die Aktion soll ein Signal an die bayrische Landesregierung sein und zeigen, dass vielen Menschen in Deutschland der Erhalt der Wälder am Herzen liegt. Greenpeace fordert deshalb endlich verbindliche Ziele beim Schutz der alten Buchenwaldbestände.

Deutschlands Baumriesen brauchen unseren Schutz! Denn: Bisher gelten bundesweit für nur etwa ein Prozent der deutschen Wälder verbindliche Schutzrichtlinien. Ein Prozent statt der von der Bundesregierung schon im Jahre 2007 beschlossenen fünf Prozent. Eine Durchsetzung dieses Ziels soll bis 2020 erfolgen, doch bisher ist wenig in diese Richtung passiert. Und auch einen Plan, wie diese Marke erreicht werden soll, hat die Bundesregierung bisher nicht vorgelegt.

Der Trend beim Holzeinschlag ist in den letzten Jahren sogar steigend. Auch in den ökologisch wertvollen Buchenwaldbeständen wird gefällt, wie Greenpeace im Frühjahr diesen und Herbst des letzten Jahres in einem öffentlichen Wald Bayerns aufgedeckt hat. Dabei sind alte Buchenwälder wichtige CO2-Speicher und von großer Bedeutung für die Biodiversität. „Wir brauchen alte Wälder als Ruhepol für uns Menschen, für den Klimaschutz und für den Erhalt der Artenvielfalt“, begründet Dirk Päseler Sprecher von Greenpeace Berlin die Aktion am Hackeschen Markt. Etwa ein Viertel der Verbreitungsgebiete der Buche innerhalb Europas liegt in Deutschland. „Deshalb ist es auch unsere Verantwortung, dieses wichtige Naturerbe zu bewahren“, sagt Dirk Päseler. Mit den Baumpatenschaften kann sich jeder für den Schutz der Urwälder von morgen engagieren. Die Karte am Greenpeace-Infostand zeigt eine eingegrenzte Region im bayrischen Spessart. 100 Bäume sind darauf mit entsprechender Nummerierung markiert. Hat sich der Baumpate für seinen Wunschbaum entschieden, erhält er die exakten Koordinaten des Standortes und kann so seinen Schützling auf einer Karte ganz genau zuordnen.

Dort, wo die Politik sich mit verbindlichen Zusagen schwer tut, hat Greenpeace konkrete Ideen zum Schutz der Buchenwälder im Rahmen einer umfassenden Studie vorlegt: www.greenpeace.de/buchenwaelder
Im letzten Frühjahr und Herbst führten Greenpeace-Aktivisten eine genaue Kartierung der Buchwaldbestände im bayrischen Spessart zur Dokumentation durch, die die zunehmende Industrialisierung der öffentlichen Wälder verdeutlichen soll. Der Vorwurf von Greenpeace: Bayerns Wälder werden von den staatlichen Behörden und den Bayrischen Staatsforsten überbewirtschaftet und das Holz zu Dumpingpreisen auf dem internationalen Holzmarkt verkauft. Weil die Forstfirma Bayrische Staatsforsten dabei weiterhin auf Intransparenz setzt und entsprechende Daten nicht herausgibt, kartiert Greenpeace die Standorte der alten Buchen selbst. Gleichzeitig fordert Greenpeace einen sofortigen Einschlagstopp für alle Buchenwaldbestände, die älter als 140 Jahre sind. Dieser soll solange gelten, bis langfristig zehn Prozent der öffentlichen Bestände alter Laubwälder auf zusammenhängenden Flächen aus der Holznutzung genommen und dauerhaft geschätzt werden.

Sie wollen auch unser einzigartiges Naturerbe bewahren? Werden Sie Baumpate! Alle Infos gibt es hier: www.greenpeace.de/baumpate 

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