Kommentar
50.000 für den Hambi!

50.000 für den Hambi!

50.000 Menschen demonstrieren auf einem staubigen Acker zwischen Aachen und Köln für den Erhalt eines Jahrhunderte alten Mischwaldes und für einen schnellen Kohleausstieg. Tausende strömten in den Wald und zeigen damit dem Konzern RWE, der den Hambacher Forst für den Klimakiller Braunkohle abbaggern möchte, die Rote Karte.

Mit dabei waren auch Aktivist*innen von Greenpeace Berlin.  

Schon am Vorabend der Demo machten wir uns auf den Weg in einem extra organsierten Bus. Am Samstag um 7 Ankunft im Rheinland. Etwas müde Gesichter, tiefgezogen Kapuzen bei kühlen 10 Grad. Ein erster Lichtblick: frischer Kaffee und ein leckeres Frühstück aus geretteten Lebensmitteln. Die Foodsaver Initiative Real Junkfood Project war auch mit an Bord unseres Busses.

Schließlich gibt es viel zu feiern! Einen Tag vor der Demo hat das Oberverwaltungsgericht Münster einem Eilantrag des Bund für Umwelt und Naturschutz stattgegeben. Im Hambi darf vorerst nicht gerodet werden. Ein Etappensieg, der zur Zäsur im Kampf gegen die Kohle werden könnte.

Durch diese Entscheidung war die Stimmung auf allen Seiten gelöst. Selbst einem kleinen Morgenspaziergang im Hambacher Forst stand trotz großen Polizeiaufgebots nichts im Wege. Im Wald entdeckten wir überall Schilder und Solidaritätsbekundungen. Aber auch das Dröhnen der Abraumbagger war zu hören. Der Tagebau Hambach ist schließlich nur wenige hundert Meter vom Wald entfernt.

Auf der Kundgebung- bei mittlerweile sommerlichen 25 Grad- herrschte Festivalcharakter. Die Band Revolverheld spielte und viele Akteure der Klimabewegung kamen zu Wort. Ja, wir sind eine große Bewegung, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Nicht nur Vertreter*innen der großen Umweltverbände standen auf der Bühne, sondern auch Menschen, die seit Jahren im Hambacher Wald gewohnt haben und ihm zu dem Symbol gemacht haben, der er heute ist, Vertreter*innen von Parteien, der Kirche und örtlichen Bürgerinitiativen.

Die Eindrücke dieses Tages und die Energie dieser vielen tausend Menschen wird uns auf unseren nächsten Aktionen begleiten, egal ob im Rheinland, in der Lausitz oder im Mitteldeutschen Revier:

Kein Baum und kein Dorf werden der Kohle zum Opfer fallen.

Vielen Dank an den BUND Berlin, der den Bus aus Berlin organisiert hat, und an das Real Junk Food Project für die Verpflegung!